Formaldehyd und andere gasförmigen Schadstoffe

SBM 2015 Richtwerte für Schlafbereiche

un-auffällig

schwach auffällig

stark auffällig

extem auffällig

Formaldehyd in µg/m³

< 20

20 - 50

50 - 100

> 100

Messung gasförmiger Schadstoffe wie Formaldehyd, Ozon und Chlor, Stadt- und Industriegase, Erdgas, Kohlenmonoxid und Stickstoffdioxid sowie weitere Verbrennungsgase.

Messung der Konzentration in der Raumluft oder Prüfkammer (µg/m³ bzw. ppm) oder im Material (mg/kg) mit Vortests, direkt anzeigenden Messgeräten und Probenahmen mit Fachlaboranalyse.

  • Vortest: Messung von Formaldehyd mit Bio-Check-F oder direkt anzeigenden Prüfröhrchen. Der Grad der Verfärbung zeigt das Ausmaß der Formaldehydbelastung grob an. Diese Testvefahren liefern zumeist solide Eindrücke bei einer Nachweisempfindlichkeit von etwa 0,04 ppm (~ 50 µg/m³). Die Genauigkeit der Aussagekraft dieser Verfahren darf nicht überschätzt werden, es sind einfache, schnelle und vergleichende Vortests, um Weichen zu stellen, z.B. für die Notwendigkeit oder die räumliche Zuordnung von genaueren Laboranalysen oder zur Quelleneingrenzung.

  • Direkt anzeigende Messgeräte: Messungen von Formaldehyd mit direkt anzeigenden Messgeräten wie Formaldemeter oder PID. Nachweisempfindlichkeit um 0,1 ppm, möglichst niedriger. Die digitale Anzeige zeigt das Ausmaß der Fomaldehydbelastung an. Es geht um schnelle und vergleichende Vortests, um Weichen zu stellen, z.B. für die Notwendigkeit oder die räumliche Zuordnung von genaueren laboranalysen oder zur Quelleneingrenzung. Für kritische und genaue Raumluftmessungen sind diese Geräte oft nicht sensibel genug, eher für orientierende Aussagen.

  • Luftprobenahme mit Fachlaboranalyse: Probenahmen zur Untersuchung von Formaldehyd und andere Aldehyde oder gasförmige Schadstoffe mit Pumpen und Prüfröhrchen. Luft wird hierbei durch Silikagelröhrchen, DNPH-Kartuschen… gezogen, in welchen z.B. Formaldehyd festgehalten wird. Die folgende Laboranalyse erreicht eine Nachweisempfindlichkeit von rund 10 µg/m³ (Silikagel) oder sogar 1 µg/m³ (DNPH) und ist auch für höhere Aldehyde anwendbar. Als Resultat erhält man eine volumenbezogene Konzentrationsangabe in µg/m³. Bewertungsmessungen nach SBM beziehen sich auf korrigierte Werte (berechnet für 23 °C und 45 %r.F. anaolg VDI-Richtlinie 4300).

Durchflussrate 0,5-1,5 Liter/min und Gesamtvolumen um 30 Liter bei DNPH (siehe auch VDI 3484, Blatt 3), um 90 Liter bei Silikagel.

  • Materialprobenahme mit Fachlaboranalyse: Ein verdächtiges Material, z.B. ein Stück Spannplatte, Holz oder Stoff, wird vor Ort entnommen und zur Untersuchung auf Formaldehyd in ein Fachlabor geschickt. Bei Prüfkammerversuchen sollten die Verhältnisse möglichst an realistische Wohnraumsituationen angepasst werden und die Luftwechselrate auf 0,5/h oder niedriger eingestellt werden; als Resultat erhält man eine Prüfkammerluftkonzentration in µg/m³ oder die massenbezogene Mateial-Konzentrationsangabe in mg/kg.